Frank Uhlig definiert sich in etwa so: “Ich habe in den verschiedensten Disziplinen des Mediums Fotografie gewildert. Assistenz bei einer Modefotografin. Klassische Ausbildung als Werbefotograf. Mit allem was dazugehört. Vor allem viel Großformat. Und Labor, von der Pike auf. Kurzer Boxenstop in der Kaschierabteilung, Messebau etc. Mehrere Jahre in renommierten Fotostudios als Werbefotograf gedient. Für ganz große und ganz kleine Namen. Menschen und Maschinen. So ziemlich alles was auf einen Film oder einen Chip passt.
Seit den Kindertagen der digitalen Fotografie auf Du und Du mit »Photoshop & Co«. Irgendwann gesellte sich Grafikdesign bis zur Druckvorstufe hinzu. Die konsequente Weiterentwicklung der digitalen Evolution. Kommerzielles Arbeiten in den Bereichen Fotografie und Grafik. Eine Prise Internet und seit neuestem einen Teelöffel Film. Irgendwann habe ich mich der Lehre verpflichtet. Auseinandersetzung mit Menschen und der(en) Materie. Thema, Technik, Prozess.
Parallel dazu steht die eigene, freie künstlerische Arbeit – nur dem Ich verpflichtet.
Etwas ausführlicher schwadroniert, könnte es so ähnlich klingen: Das Fundament sollte sich jede/r mit solider Technik erarbeiten. Anschließend begeben wir uns – oder jede/r für sich – auf Themensuche. Daraus ergibt sich eine erste, tiefere Auseinandersetzung mit dem Medium. Über Ideen stolpern, erste Skizzen anfertigen, Einbahnstraßen und Sackgassen. Hartnäckigkeit und Ausdauer sind gefragt. Irgendwann dann die Autobahn und die Überholspur, das Loslassen der erlernten Grundlagen und den freien, künstlerischen Umgang mit Fotografie: Prozess eben. Dies gilt nicht nur für meine Position als Lehrer, sondern genauso für mein eigenes Arbeiten.
Meine Hauptarbeit in der Lehre ist sicherlich zu Beginn – bei der Grundsteinlegung – am deutlichsten spürbar, während ich versuche, in späteren Entwicklungsstadien vorwiegend beratend oder anregend zur Seite zu stehen. Eine individuelle Entwicklung ermöglichen. Klingt einfacher, als es oftmals ist. Erfordert Sensibilität und Einfühlungsvermögen. Nicht als „Großmeister“ eine Richtung vorzugeben. Ein Kessel buntes. Experimenten selten abgeneigt. Lehrer, Coach oder Trainer – Bezeichnungen sind erstmal nur Worthülsen. Sehen lernen. Entschleunigung. Den Kern einer Idee, eines Gefühls visualisieren. Sich in eine Thematik versteigen. Das Spannungsfeld zwischen Technik und Experiment betreten. Möglichkeiten und Ideen ausloten. Sich zu verrennen ist erlaubt, gehört zum Prozess. Gestaltung, Design, eine Portion Theorie und eine Dosis Philosophie. Begrifflichkeiten wie Ästhetik und Komposition sind zentrale Elemente.
Fotografie und Kunst? Ist Fotografie Kunst, künstlerisch, künstlich? Fragen aufwerfen und keine eindeutigen Antworten finden. Mein eigener fotografischer Ansatz folgt nicht der klassischen Route. Der Gedanke, eine – wenn auch subjektive – Momentaufnahme einer Wirklichkeit abzubilden liegt mir fern. Vielmehr ist Fotografie – für mich - ein Mittel Stimmungen und Atmosphären zu transportieren. Emotionale Zwischenräume sichtbar zu machen. Den Gedanken Freiraum zur Interpretation zu gewähren. Sich an Form, Farbe und Komposition zu erfreuen. Ich möchte keinen Zeitpunkt einfrieren: Ich möchte eine Stimmung erschaffen und sie sichtbar und erfahrbar machen. Gelingt mir dies, hat es funktioniert. Dogmatismus liegt mir fern, von daher ist mir, zumiindest von der technischen Seite aus betrachtet, beinahe jedes Mittel recht.
In meinen neueren Arbeiten ist sicherlich oftmals die Annäherung an die freie Grafik oder die Malerei zu spüren – ohne aber diese Genres immitieren zu wollen. Die übernatürliche Schärfe digitaler Technik im Postprocessing wieder zu mildern, ruppiger und “verwischter” – im besten Sinne “unschärfer” – zu werden und dem Betrachter mehr Freiraum zu gewähren. Weg vom reinen fotografischen Abbild. Hin zur freien Interpretation, mit all ihren Möglichkeiten. Die Kunst besteht darin eine eigenständige Position zu entwickeln, sie aber auch immer wieder zu überprüfen und in Frage zu stellen. Nicht gefangen und einem Stil zwanghaft versklavt zu sein.
Das Wissen über Colormanagement, Pixelschubsen, digitale Dunkelkammer, Fototechnik, Elektrofotografie und Bildkonzeption ist die eine Seite der Fotografie. Das Loslösen und in Frage stellen althergebrachter Sichtweisen und Methoden, ist für mich konsequente Weiterentwicklung und das, was moderne Fotografie spannend macht. Ich habe nicht den Anspruch eine Art Realität nach den Gesetzmässigkeiten des Zonensystems abzubilden – ich möchte interpretieren und Atmosphäre schaffen. Mit meinen vier Komplizen: Abstraktion, Kontrast, Farbe und Komposition.
Fazit: Ein Bild, eine Fotografie muss auf magische Weise “funktionieren”. Gelingt dies, kann ich mich entspannt zurücklehnen…
Veröffentlichungen? Vom Kalender und Imagebroschüren, über klassische Werbung, Ausstellungen, bis zum Video. Und einen Preis? Gab’s auch schon. Fragen, Anfragen, Nachfragen? Gerne. Kontaktaufnahme mit mir jederzeit möglich. Punkt.”